In Kiel ist der Bau einer Stadtbahn geplant (unter dem Arbeitstitel "Stadtregionalbahn").

StadtRegionalBahn

Das Investitionsvolumen für Fahrweg und Fahrzeuge beliefe sich (Stand 2007) auf rund 350 Mio. EUR netto

Stadtbahn

Der Begriff der "Stadtbahn" umfasst modernes Nahverkehrsmittel, das eher den Charakter einer modernen Straßenbahn beschreibt. Die ersten Stadtbahnen entstanden Ende der 60er Jahre in Frankfurt und Hannover. Investitionen und Betriebskosten für Stadtbahnen lassen sich gut steuern und liegen gegenüber einer konvetionellen S-Bahn deutlich geringer.

Eine moderne Stadtbahn hat u.a. folgende Merkmale:

Situation in Kiel

Im Jahr 1998 wurde im Zuge der ‚Optimierung des öffentlichen Personannahverkehrs (ÖPNV) in der Region Kiel’ eine Studie erstellt, die grundsätzlich die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Einführung einer StadtRegionalBahn belegte. Darauf aufbauend haben das Land Schleswig-Holstein, die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde sowie die Landeshaupt- stadt Kiel Ende 2001 die weiteren Voruntersuchungen in Auftrag gegeben.

Veranstaltung März 2000

Es gab wohl keine Presseberichte. Die Veranstaltung war sehr gut besucht (rd. 100 +x Zuhörer).

Zu Beginn hielt Herr Walter Keudel (Geschäftsführer der Stadtbahn Saar GmbH (Saarbrücken) einen Vortrag mit dem Titel: "Einführung der Stadtbahn in Saarbrücken" in dem er von den Erfahrungen mit der Einrichtung einer Stadtbahn. Klang weitgehend positiv von der technischen und organisatorischen Seite. Auch die Resonanz in der Bevölkerung war gut, die Fahrgastzahlen steigen. Klar hervor hob er mögliche Schwierigkeiten bei der Trassenmiete von der Bundesbahn. Die DB stellt wohl seit der Privatisierung sehr gerne Phantasieforderungen, wenn's um die Nutzung des Streckennetzes geht. Wermutstropfen für die Beschäftigten war in Saarbrücken die Einrichtung eines Haustarifvertrages, der wohl zu Einkommensverlusten bei den Angestellten führte, aber auf der anderen Seite die Stadtbahn schwarze Zahlen(!) schreiben läßt. Ähnliche Pläne bei der geplanten Zusammenführung von KVAG mit Autokraft (DBZugbus) in Kiel sorgen für Verunsicherung bei den Beschäftigten.

Dann stellte Wirtschaftsdezernent Rethage die finanziellen Hintergründe des Projektes vor. Er verwies darauf, dass ohne eine "standardisierte Bewertung" keine Landes- und Bundesmittel aus den zur Zeit gut ausgestatteten Fördertöpfen (rot-grün in Land und Bund) zu bekommen sind. Diese "standardisierte Bewertung" muss aber von der Ratsversammlung im Mai beschlossen werden, wobei alle ausser den Grünen sich bislang zögerlich bis ablehnend äussern. Rethage forderte die Ratsfraktionen auf, eine klare politische Entscheidung zu fällen, damit die Verwaltung weiss, ob sie weiter arbeiten kann oder das Projekt gestorben ist. Bei einer zügigen Entscheidung könnten bis zu 85 % der Projektkosten aus Landes/Bundesmitteln fliessen!

Zuletzt referierte Baudezernent Klein-Knott über die "emotionalen Seiten" einer Stadtbahn für Kiel. Er erläuterte die Streckenführung, verwies auf die Rollstuhl/Kinderwagen gerechten Einstiegsmöglichkeiten, den Komfort und die schnellen Taktzeiten bei hoher Pünktlichkeit, aber auch auf mögliche Schwierigkeiten bei der baulichen Realisation. So ist z. B. die neue Kanalbrücke in der Wik trotz damaliger Proteste der grünen Fraktion NICHT stadtbahntauglich ausgelegt worden, was den Anschluss des Kieler Nordens auf längere Sicht erschweren wird. Begonnen werden soll das Projekt mit einer Spange um Kiel etwa auf der heutigen Streckenführung der Linie 11. Geplant sind weitere Strecken Richtung Preetz/Plön und Rendsburg/Eckernförde, wobei die vorhandenen DB-Schienen weitgehend mitbenutzt werden sollen. Als Highlight zeigte Klein-Knott eine Fotomontage, die eine Stadtbahn an ihrer Haltestelle auf dem Vinetaplatz in Gaarden zeigt. In der folgenden Diskussion wurden aus dem Publikum mit viel Interesse weitere Details zu Bau und Finanzierung hinterfragt. Deutlich wurde, dass alle beteiligten Freunde einer Stadtbahn in Kiel noch vor der Ratsversammlung im Mai mit weiteren Aktionen in der Bevölkerung werben und die Bedenkenträger im Rat umstimmen wollen. Was tut sich weltweit ?

Quelle: VCD Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Olpe

Lange Zeit galt die Straßenbahn als technisch veraltet. Inzwischen wurde sie neu entdeckt, da sie für die Fahrgäste attraktiv, sehr leistungsfähig und in Bau und Betrieb relativ preiswert ist. Neu gebaute Bahnen sind zum Beispiel in den USA, in Frankreich und in Großbritannien erfolgreich in Betrieb.

In Oberhausen fuhr 1971 die für lange Zeit letzte Straßenbahn. Doch im Juni 1996 ging dort eine neu gebaute Straßenbahn wieder in Betrieb. In und um Saarbrücken wird derzeit für die "Stadtbahn Saar" gebaut. Die ersten Züge fahren fahren dort seit Oktober 1997 von der Saarbrücker Innenstadt bis ins französische Sarreguemines. In Heilbronn, etwa gliech groß wie Siegen, steht der Baubeginn der Stadtbahn unmittelbar bevor. In weiteren deutschen Städten ist die Wiedereinführung der Straßenbahn als moderne Stadtbahn bereits beschlossene Sache oder wird zumindest intensiv diskutiert.

In den neuen Ländern verfügen alle Städte mit mehr als 100.000 EinwohnerInnen und viele kleinere Städte über ein eigenes Straßenbahnnetz. Dieses wird trotz miserabler Finanzlage der Kommunen modernisiert und weiter ausgebaut. In Siegens Partnerstadt Plauen (ca. 71.000 EW) wird der innerstädtische ÖPNV gar fast ausschließlich mit der Straßenbahn durchgeführt.

Auch die Hagener Stadtmütter und -väter haben die Wiedereinführung der hier erst 1976 eingestellten Straßenbahn als moderne Stadtbahn unlängst beschlossen. Dort ist geplant, das Strec kennetz bis Plettenberg, also vor die Tore unseres Nahverkehrszweckverbandes zu führen.


s.a. Strassenbahn


KategorieVerkehr

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